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Stecklenberger Krankheit

Stecklenberger Krankheit

PNRSV Prunus necrotic ringspot virus

virus

Auf einen Blick

    Verfärbung und lokale Nekrosen auf den Blättern, Blüten, Knospen und Trieben (abhängig vom Virusstamm)Gelbe oder chlorotisch gefleckte oder gesprenkelte BlätterPerforation und zerfetzen von jungen Blattspreiten ist möglich

Betroffene Arten: %1$s

· Kirsche · Aprikose · Pflaume · Pfirsich

Symptome

Die Symptome variieren von sehr stark bis wenig ausgeprägt, auch ein ausbleiben dieser ist möglich, abhängig von dem Virusstamm, der Baumsorte und den Umweltbedingungen. Symptome können sowohl auf Blättern und Trieben als auch auf Knospen, Blüten oder Früchten ausgeprägt werden. Diese sind für gewöhnlich eine Verfärbung sowie lokale Nekrosen des Gewebes. Einzelne Triebe weisen eine verspätete Blütenbrechung und Blattentwicklung auf und zeigen endständiges Absterben. Chlorotische oder hellgelbe Flecken, chlorotisch bis gelbe Scheckung, ringförmige Punkte, Linien und/oder "Eichenblatt"-Muster erscheinen auf sich entwickelnden Blättern. Bei einer starken Infektion werden die chlorotischen Bereiche nekrotisch und fallen heraus. Die Blätter sehen dann zerfetzt und deformiert aus. Die Fruchtreife kann verspätet einsetzen. Die Früchte, die hätten verkauft werden können, werden nicht mehr vermarktungsfähig. Die Folge können sehr hohe Ernteausfälle sein.

Auslöser

Prunus necrotic ringspot Virus (PNRSV) verursacht nekrotische, ringförmige Punkte bei vielen Prunus-Arten, oft mit nachfolgender Erholung von den Symptomen. Die Anwendung bestimmter Vermehrungsmethoden können dem Virus helfen, sich auszubreiten. Zum einen ist das die Verwendung von Bäumen aus Baumschulbeständen und zum anderen die Wurzelveredelung. Das Virus konnte auch in infiziertem Pollen und Samen nachgewiesen werden. Diese können auf zu bestäubende Pflanzen übertragen werden. Bienen oder andere Insekten können hier als Vektor dienen. Auch Thripse kann das Virus verbreiten, dessen Rolle und Wichtigkeit für die Verbreitung des Virus ist jedoch unbekannt. PNRSV infiziert alle blühenden Teile, deshalb kann eine Infektion der Samen sowohl von einem infizierten Pollenkorn als auch von einer infizierten Ovula stammen. Der Virus scheint auch die Früchte selbst befallen zu können.

Biologische Behandlung

Eine Bekämpfung der Stecklenberger Krankheit ist sehr schwierig. Bei der Neupflanzung und bei der Vermehrung ist die Verwendung von gesundem Pflanzengut besonders wichtig. Eine Samenbehandlung mit Heißluft (24-32 Tage bei 38°C) oder Heißwasser kann Schädlinge auf dem Samen abtöten. Eine Anzucht neuer Bäume mit einer Apikalmeristemkultur ist ebenfalls effektiv gegen jeden Virus, jedoch sehr teuer und im kleinen Maßstab ohne entsprechendes Material und Räumlichkeiten nicht möglich (Gewebekulturlabor).

Chemische Behandlung

Anwendung eines integrierten Pflanzenschutzmanagements. Dies beinhaltet neben chemischen Mitteln auch biologische sowie präventive Bekämpfungsmaßnahmen. Informieren Sie sich landesspezifisch, ob und welche Mittel zur Bekämpfung des PNRSV im Obstbau, speziell in der vorliegenden Kulturart, zugelassen sind. Lesen Sie die Produktbeilage sorgfältig und bringen Sie das Mittel in der empfohlenen Aufwandmenge aus. Viruserkrankungen können im Allgemeinen chemisch nicht bekämpft werden. Thrips ist ein Vektor, der das Virus übertragen kann. Daher ist über eine Bekämpfung der Thripspopulation nachzudenken.

Präventive Maßnahmen

    Anbau von zertifiziertem, virusfreiem SaatgutGebrauch von virusfreiem Holz (Reiser) bei Durchführung einer VeredelungBei einer Neupflanzung oder einer Veredelung ist die Verwendung weniger anfälliger Sorten sinnvollRegelmäßiges Beobachten der Plantage im Hinblick auf KrankheitssymptomeEntfernen von infiziertem Pflanzmaterial und Zerstörung dessen beispielsweise durch VerbrennenVermeiden des Gebrauchs von Bienenstöcken, die vorher bereits in anderen Obstbaumplantagen als Bestäuber fungiert habenAnwendung von hohen HygienestandardsEs wird empfohlen keine neuen Bäume neben bestehende Plantagen mit infizierten Bäumen zu pflanzen