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Schrotschusskrankheit

Schrotschusskrankheit

Wilsonomyces carpophilus

fungi

Auf einen Blick

    Purpurfarbene oder rötliche Punkte mit einem gelben Rand auf neuen Blättern und gelegentlich auf KnospenDas Zentrum wird braun oder rostfarben und fällt letztendlich herausDas Blatt sieht dann aus, als hätte es einen Schrotschuss abbekommenZweige zeigen toten Knospen und gummiartigen KrebsAuf Früchten erscheinen raue, korkige Läsionen mit einem purpurfarbenen Rand, üblicherweise nur auf der Oberfläche

Betroffene Arten: %1$s

· Kirsche · Aprikose · Pflaume · Pfirsich · Mandel

Symptome

Die ersten Anzeichen der Schrotschusskrankheit sind während des Frühlings sichtbar und charakterisiert von der Bildung purpurfarbener oder rötlicher Punkte auf neuen Blättern und gelegentlich auf Trieben und Knospen. Diese Punkte sind oft umgeben von einem hellgrünen oder gelben Rand. Wenn sie sich vergrößern, wird das Zentrum zuerst braun oder rostfarben und fällt schließlich heraus. Dieses Symptom gleicht einem Schrotschuss, der der Krankheit ihren Namen gibt. Es kann zu einem vorzeitigen Blattfall kommen. An den Zweigen können tote Knospen hängen sowie Läsionen oder Krebsgeschwüre, die eine gummiartige Masse absondern, auftreten. Auf Früchten erscheinen raue, korkige Läsionen mit einem purpurfarbenen Rand, üblicherweise nur auf der Oberfläche. Diese machen die Frucht unattraktiv und nicht mehr marktfähig. Dünne schwarze Stippen können in der Mitte der Läsionen mithilfe einer Lupe beobachtet werden.

Auslöser

Die Symptome werden von dem Pilz Wilsonomyces carpophilus verursacht, der einige Obstbäume infizieren kann, die Steinfrüchte (Pfirsich, Mandeln, Kirschen und Aprikosen) bilden. Alternative Wirtspflanzen sind Lorbeerkirsche (Prunus laurocerasus) und Nektarinenbaum (Prunus persica var. nucipersica). Der Pilz überwintert in Läsionen auf Knospen und Zweigen oder in mumifizierten Früchten. Wenn die Witterungsbedingungen vorteilhaft sind, fängt der Pilz wieder an zu wachsen und bildet Sporen aus, die mit dem Niederschlag oder dem Beregnungswasser auf gesundes Gewebe übertragen werden können. Eine Blattnässedauer von 14-24 Stunden oder mehr sowie Temperaturen um die 22°C sind optimale Bedingungen für die Ausbreitung des Pilzes im Bestand. Warme, neblige oder verregnete Winter und starke Regenfälle im Frühling fördern die Bildung und Freisetzung der Sporen. Die Krankheit wird sich faktisch nur während ungewöhnlich nassem Wetter im Frühling auf Steinfruchtbäumen entwickeln.

Biologische Behandlung

Im frühen Winter sollte eine Blattapplikation mit kupferhaltigem Fungizid als erste Bekämpfungsmaßnahme erfolgen. Im Spätherbst kann Zinksulfat auf die Blätter gesprüht werden, um den Blattfall zu beschleunigen und das Vorhandensein des Pilzes vor dem Beginn der neuen Saison zu reduzieren.

Chemische Behandlung

Anwendung eines integrierten Pflanzenschutzmanagements. Dies beinhaltet neben chemischen Mitteln auch biologische sowie präventive Bekämpfungsmaßnahmen. Informieren Sie sich landesspezifisch, ob und welche Mittel zur Bekämpfung der Schrotschusskrankheit im Obstbau, speziell in der vorliegenden Kulturart, zugelassen sind. Lesen Sie die Produktbeilage sorgfältig und bringen Sie das Mittel in der empfohlenen Aufwandmenge aus. Vor und nach der Blühphase können Fungizide gespritzt werden, um die Knospen beziehungsweise die Früchte zu schützen. Beachten Sie dabei die Wetterlage. Herrschen keine feucht-warmen Bedingungen, kann von einer Spritzung abgesehen werden. Da Kupfer in diesem Entwicklungsstadium des Baumes nicht mehr appliziert werden darf, können Fungizide mit den Wirkstoffen Thiram, Ziram, Azoxystrobin, Chlorthalonil, Iprodion oder Vinclozolin verwendet werden. Myclobutanil, Tebuconazol und Fluopyram, Difenoconazol oder Dithianon sind in Deutschland für die Bekämpfung zugelassen.

Präventive Maßnahmen

    Sicherstellen einer guten Luftzirkulation im Bestand durch Einhalten einer optimalen Bestandesdichte und regelmäßige Durchführung eines BaumschnittesAufstellen eines Dünge- und Bewässerungskonzeptes, das der Pflanze eine optimale Wasser- und Nährstoffzufuhr gewährleistetDazu ist auch eine regelmäßige Überprüfung des Boden-pH-Wertes notwendigBei der Bewässerung eine Benetzung der unteren Blätter vermeidenRegelmäßige Beobachtung der Obstbaumplantage im Hinblick auf KrankheitssymptomeSobald ein Befall erkannt wird, sollte ein Rückschnitt aller befallenen Teile bis in das gesunde Holz erfolgenDas abgeschnittene Holz muss abgetragen und verbrannt werdenRegelmäßige Desinfektion des Werkzeuges (besonders nach der Arbeit an infizierten Bäumen) und Einhalten von HygienemaßnahmenAufsammeln und Abtragen aller infizierten Blätter und FrüchteVon einer Kompostierung dieser wird abgeratenVerteilen von organischem Mulch direkt um den Baumstamm herum, jedoch muss der Baumstamm an sich abtrocknen könnenPflanzen von Zwiebeln oder Knoblauch in Baumnähe