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Kräuselkrankheit

Kräuselkrankheit

Taphrina deformans

fungi

Auf einen Blick

    Verdickte Blätter mit gekräuselten oder hochgerollten Rändern und einer rötlichen VerfärbungSpäter werden die Blätter weißlich-grau aufgrund des PilzwachstumsBlätter werden erst grau, dann schwarz und fallen letztendlich abDies führt zur Entlaubung und zu reduzierter Widerstandsfähigkeit des Baumes

Betroffene Arten: %1$s

· Aprikose · Pfirsich · Mandel

Symptome

Die Symptome treten gewöhnlich im Frühjahr mit Beginn des vegetativen Wachstums auf. Die Blätter werden verdickt und stark deformiert mit gekräuselten oder gerollten Rändern und einer rötlichen bis lila Verfärbung, abhängig von der Sorte des Baumes. Mit fortschreitendem Krankheitsverlauf werden diese weißlich-grau und haben eine puderig erscheinende Oberfläche aufgrund des Pilzwachstums. Die graue Färbung wird nach und nach schwarz, ein Prozess, der mit steigenden Tagestemperaturen zusammenhängt. Letztendlich sterben die kranken Blätter ab und fallen vom Baum. Das kann zur Entlaubung führen und zu einer schwächeren Widerstandsfähigkeit des Baumes. Die abgefallenen Blätter werden bald durch neue ersetzt. Sobald die Infektion systemisch wird, können gesamt Äste oder große Bereiche der Rinde schwarz werden. Das ist der Ausbreitung des Pilzes im inneren Gewebe geschuldet. In solchen Fällen ist abnormales Längenwachstum des Sprosses festzustellen sowie eine Entwicklung von so genannten Hexenbesen. Auf stark befallenen Bäumen sind auch die Früchte direkt betroffen. Sie vollziehen eine dramatische Veränderung ihres Erscheinungsbildes.

Auslöser

Die Symptome der Kräuselkrankheit werden durch die Kolonisierung des Pflanzengewebes durch den Pilz Taphrina deformans verursacht. Die Sporen, die auf der Blattoberfläche gebildet werden, werden mit Regen und Wind auf Zweige und Blüten verbreitet und leiten eine neue Infektion ein. Die Sporen werden im Januar bis März (kritische Monate) in die Knospen des Baumes eingeschwemmt. Die Sporen keimen im Frühjahr während einer Periode mit häufigem Niederschlag sobald die Knospen sich öffnen und infizieren die sich bereits vollständig entfalteten Blätter. Von dem Moment an, an dem die Sporen die Blattknospen erreichen, gibt es keine effektive Methode den Infektionsprozess zu stoppen. Wenn zu diesem Zeitpunkt kein Niederschlag fällt, bleiben die Sporen inaktiv und eine leichte oder keine Infektion tritt auf. Der Pilz hält sich im Sommer in Blütenschuppen oder in Spalten in der Rinde auf. Die Pilzsporen keimen erst in der folgenden Saison. Der Pilz ist nur bei Temperaturen bis 16°C aktiv und kann sich auch nur bei kühlen Temperaturen vermehren. Taphrina deformans infiziert Pfirsich und Nektarine sowie Mandeln und seltener Aprikosen und dekorative Prunus-Arten.

Biologische Behandlung

Fungizide, die organischen Kupfer beinhalten, wie beispielsweise die Bordeauxbrühe, können zur Bekämpfung eingesetzt werden. Es sollte eine Behandlung im Herbst nach dem Blattfall erfolgen und eine weitere im Frühjahr bevor die Blüten anfangen anzuschwellen. Ein zu häufiger Gebrauch von kupferhaltigen Präparaten kann zu einer Ausbildung eines Reservoirs im Boden führen, der giftig für Bodenorganismen werden kann. Alternativ kann eine Sprühapplikation der befallenen Bäume mit Knoblauchtee/Brühe oder mit Schachtelhalmbrühe erfolgen. Auf diese Weise kann sich der Baum effektiver gegen eine Infektion zur Wehr setzen.

Chemische Behandlung

Anwendung eines integrierten Pflanzenschutzmanagements. Dies beinhaltet neben chemischen Mitteln auch biologische sowie präventive Bekämpfungsmaßnahmen. Informieren Sie sich landesspezifisch, ob und welche Mittel zur Bekämpfung der Kräuselkrankheit in der entsprechenden Kulturart zugelassen sind. Lesen Sie die Produktbeilage sorgfältig und bringen Sie das Mittel in der empfohlenen Aufwandmenge aus. Das Ausbringen von Fungiziden in den kritischen Monaten im Frühjahr (Zeitpunkt des Knospenschwellens) sowie nach dem Blattfall im Herbst kann helfen. Fungizide mit den Wirkstoffen Kupferoxychlorid, Kupferhydroxid, Thiram, Ziram, Chlorthalonil oder Difenoconazol bekämpfen Taphrina deformans. Difenoconazol ist als einziges Fungizid für die Behandlung der Kräuselkrankheit in Kleingärten zugelassen.

Präventive Maßnahmen

    Anbau resistenter oder toleranter SortenWeißfleischige Sorten besitzen eine geringere AnfälligkeitSchutz der Bäume vor Niederschlag und Vermeidung von Überkopf-Bewässerung in den kritischen Monaten (Januar - März)Es können große Säcke aus Plastik als Regenschutz verwendet werdenEinhalten eines ausgewogenen Düngekonzepts, das den Bäumen eine optimale Nährstoffversorgung bietetAnwendung der Dünger vor dem Anschwellen der KnospenRegelmäßiger Baumschnitt, um den Lichteinfall zu steigern und die Luftzirkulation zu fördernDies führt zu einer schnellen Abtrocknung des Bestandes nach NiederschlägenEntfernen offensichtlich infizierter Pflanzenteile wie infizierte Blätter, mumifizierte Früchte und TriebeAnpflanzen von Knoblauch und Meerrettich dirket um die Baumscheibe