Blutlaus

  • Symptome

  • Auslöser

  • Biologische Behandlung

  • Chemische Behandlung

  • Präventive Maßnahmen

Blutlaus

Eriosoma lanigerum

Insekt


Auf einen Blick

  • Verdrehte Blätter, gelbes Laub, geringes Wachstum und Absterben von Ästen nach der Fraßaktivität von der Blutlaus.
  • Weißer, wolliger Belag und Honigtau erscheinen auf den Fraßstellen.
  • Auf Rinde, Trieben und Wurzeln entwickeln sich Krebsgeschwüre und Schwellungen.
  • Die Wunden und das Vorhandensein von Honigtau zieht opportunistische Pilze an.

Wirtspflanzen:

Apfel

Birne

Symptome

Weiße, haarige Insekten können beim Fressen von Knospen, Zweigen, Ästen und auch der Wurzel beobachtet werden. Verdrehte Blätter, gelbes Laub, geringes Wachstum und Absterben von Ästen sind die Folgen dieser Aktivitäten. Ein weißer, wolliger Belag und Honigtau erscheinen nahe der Fraßstellen. Auf der Rinde und den Trieben ist die Entwicklung von Krebsgeschwüren und Schwellungen charakteristisch. Im Boden attackiert die Blutlaus die Wurzeln, das zu geschwollenen Verlängerungen oder großen Knoten führt. Die Beeinflussung des Wasser- und Nährstofftransportes erklärt das gelbe Erscheinungsbild des Baumes. Diese Gallen werden von Jahr zu Jahr größer als ein Ergebnis des Fraßes der Blutlaus. Diese von Insekten verursachte Wunden und das Vorhandensein von Honigtau zieht opportunistische Pilze an, die das infizierte Gewebe mit einem rußigen Belag überziehen. Junge Bäume können leicht entwurzelt werden, wenn sie infiziert sind.

Auslöser

Die Symptome werden durch die Fraßaktivität der Blutlaus Eriosoma lanigerum verursacht. Die Blutlaus gehört zu der Gruppe der Blattläuse. Im Gegensatz zu den meisten Blattläusen saugt diese den Saft aus hölzernen Ästen, seltener aus Blättern. Dieses Insekt ist charakterisiert durch seine weißen, dicken, fluffigen Wachsbelag. Die Überwinterung geschieht meist in Spalten oder Rissen der Rinde oder auf korkigen Wunden um alte Fraßstellen herum. Wenn die Temperaturen im Frühling ansteigen werden die Blattläuse wieder aktiv. Von Mitte bis Ende Mai klettern die Läuse auf die jungen Triebe und Zweige von Obstbäumen auf der Suche nach ungeschützten Stellen (Bereiche mit dünner Rinde). Dort beginnen sie zu fressen und bilden Kolonien aus, welche sie mit ihrer Wolle schützen. Im weiteren Verlauf vermehren sich die Schädlinge. Während des Sommers bilden die Adulten Flügel aus und fliegen weg, auf der Suche nach neuen Wirtspflanzen. Ulmen in der näheren Umgebung der Obstbaumplantage steigern die Migration der Blattläuse zu Apfelbaumplantagen.

Biologische Behandlung

Sprühlösungen müssen in der Lage sein den wolligen Belag zu durchdringen, der von der Blutlaus ausgeschieden wurde, um diese zu töten. Verdünnte Alkohollösungen oder insekizide Seifen können über den wolligen Punkten verteilt werden, um diese zu zerstören. Dazu kann eine Spiritus-Schmierseifen-Lösung verwendet werden. Ökologische Öle oder Neem Auszüge (2-3 ml/l Wasser) können ebenfalls auf die Bäume gesprüht werden. Eine gute Benetzung sowie eine Folgebehandlung nach sieben Tagen sind essentiell. Parasiten oder Räuber wie Netzflügler, Marienkäfer (Exochomus quadripustulatus), Schwebfliegen-Larven und parasitische Wespen (Aphelinus mali) können helfen die Populationen der Blutläuse zu regulieren. Künstliche Zufluchtsorte fördern die Populationen von räuberischen Ohrwürmern (z.B. Forficula auricularia).

Chemische Behandlung

Anwendung eines integrierten Pflanzenschutzmanagements. Dies beinhaltet neben chemischen Mitteln auch biologische sowie präventive Bekämpfungsmaßnahmen. Informieren Sie sich landesspezifisch, ob und welche Mittel zur Bekämpfung der Blutlaus im Obstbau, speziell bei Apfelbäumen, zugelassen sind. Lesen Sie die Produktbeilage sorgfältig und bringen Sie das Mittel in der empfohlenen Aufwandmenge aus. Insektizide basierend auf Pyrethrine + Rapsöl, Azadirachtin (Neem), Dimethoat oder Thiacloprid können eingesetzt werden. Insektizide haben Auswirkungen auf alle Insekten und reduzieren somit auch die Nützlingspopulationen. Da die Wirkorte der Insektizide begrenzt sind, ist eine Resistenzbildung bei zu häufigem Gebrauch sowie bei Ausbringung zu geringer Wirkstoffmengen sehr wahrscheinlich. Während der Blüte sollten Obstbäume nicht gespritzt werden, da sonst bestäubende Insekten gefährdet werden.

Präventive Maßnahmen

Auswahl resistenter Sorten, sofern verfügbar.,Bei schwachem Befall kann die Insektenpopulation beobachtet und mit einer Bürste abgebürstet werden.,Gewährleistung einer ausgewogenen Nährstoffzufuhr stärkt die Pflanze.,Vermeiden des Exzessiven Gebrauchs von Insektiziden, da diese auch Nützlingen schaden.,Durchführung des Baumschnittes im Spätsommer, um sich entwickelnde Kolonien zu entfernen.,Entfernen befallener Triebe und Äste.,Sauger an der Basis des Baumes entfernen, um weniger günstige Bedingungen für die Blattläuse zu schaffen.,Große Schnittwunden mit kommerziellen Wundverschlussmitteln behandeln, um den Blattlauskolonien entgegen zu wirken.,Vermeiden des Pflanzens von Ulmen nahe der Apfelplantage.,Stimulation der Populationen von Florfliegen, Marenkäfern, Schwebfliegen und Schlupfwespen wirkt den Blutlauspopulationen entgegen.