Birnenblattgallmilbe

  • Symptome

  • Auslöser

  • Biologische Behandlung

  • Chemische Behandlung

  • Präventive Maßnahmen

Birnenblattgallmilbe

Eriophyes pyri

Milbe


Auf einen Blick

  • Das im Frühling neu entwickelte Blattwerk kurz nach der Knospenbildung hat pockenähnliche, erhabene rötliche Blasen.
  • Gelegentlich befallen die Birnenblattgallmilben auch Früchte, die dann mit eingesunkenen, ovalen, rostbraunen Läsionen versetzt sind.
  • Die Folgen können Zwergenwuchs, Missbildung oder ein vorreifer Abwurf der Früchte bei schwerem Befall sein.

Betroffene Arten

Birne

Symptome

Das im Frühling neu entwickelte Blattwerk kurz nach der Knospenbildung hat pockenähnliche, erhabene rötliche Blasen. Sie haben einen Durchmesser von 3-4 mm, sind erst gelblich-rot, im Sommer verfärben sie sich braun-schwarz. Das ganze Blatt kann betroffen sein und verfärbt sich schwarz, wodurch seine Funktion schwer beeinträchtigt wird. Eine geringe Anzahl der Milben beeinträchtigt in der Regel den Ertrag oder die Gesundheit der Bäume nicht merklich. Gelegentlich befallen die Birnenblattgallmilben auch Früchte, die dann mit eingesunkenen, ovalen, rostbraunen Läsionen versetzt sind. Diese können miteinander verschmelzen und werden von durchsichtigem Gewebe umgeben. Die Folgen können Zwergenwuchs, Missbildung oder ein vorreifer Abwurf der Früchte bei schwerem Befall sein. Findet ein Fraß an den Knospenschuppen im Winter statt, können die Knospen austrocknen und im Frühling nicht mehr austreiben.

Auslöser

Die beobachteten Blasen auf den Blättern entstehen durch den Fraß der Birnenblattgallmilbe. Adulte Tiere sind winzig mit einem langen, weißen oder pinken Körper und können nur schwer bis gar nicht mit dem bloßen Auge gesehen werden. Die Weibchen legen perlenartige, weiße Eier in den Knospenschuppen ab. Nach dem Schlüpfen im Frühling, fressen die Milben an dem sich entwickelnden Blattwerk. Während sie den Zellsaft aussaugen, infizieren sie die Pflanze mit Chemikalien, die das Pflanzengewebe verändern und dazu zwingen die offensichtlichen Verformungen zu bilden. Die Birnenblattgallmilbe nutzt die entstandenen Blasen als Nester und breitet sich in ihnen stark aus. Im weiteren Verlauf werden mehr Eier gelegt und es bilden sich Kolonien innerhalb der Blasen, die mehrere Generationen beherbergen können. Eine Aktivität hängt mit der Temperatur zusammen, sodass während heißer Sommermonate die Aktivität sinkt und im kühleren Spätsommer wieder enorm ansteigt. Vor dem Blattfall suchen die Milben die Knospenschuppen auf, um dort während des Winters weiter fressen zu können.

Biologische Behandlung

Bäume widerstehen kleinerem Befall leicht, daher ist keine Behandlung nötig. Schwefelkalk oder andere Schwefel-Sprays und Öle können nach der Ernte gespritzt werden, um den Befall zu kontrollieren. Natürliche Feinde wie die räuberische Milbe Typhlodromus occidentalis fressen vereinzelt Birnenblattgallmilben, sie bringen aber keine ökologische Kontrolle in größeren Obstgärten, da sie nicht in die Blasen eindringen können.

Chemische Behandlung

Bedenken Sie bitte immer vor dem Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln, dass, wenn verfügbar, zuerst ein integrierter Ansatz von präventiven und biologischen Maßnahmen umgesetzt werden sollte. Die Birnenblattgallmilbe ist in modernen kommerziellen Obstgärten ein eher seltenes Problem. In den meisten Fällen ist keine Behandlung notwendig, da der Baum dem Befall widerstehen kann. Eine Anwendung mit Schwefelkalk im Herbst kann eine gewisse Kontrolle über die Milben geben. Viele effektive Wirkstoffe sind gegen Milben erhältlich und müssen je nach Schädlingsmanagement unterschiedlich gehandhabt werden. Sie beinhalten Chlorpyrifos, Diflubenzuron und Pyrethrine.

Präventive Maßnahmen

Inspizieren Sie neues Pflanzenmaterial nach den Anzeichen der Blattblasen.,Pflanzen Sie resistente Sorten, falls vorhanden.,Untersuchen Sie die Triebe im Frühling nach Blasen ab.,Entfernen Sie befallenes Blattwerk, um die Anzahl der Milben zu verringern, entfernen Sie aber die nicht Blattstiele.,Düngen Sie ausgewogen und verwenden Sie Pflanzenstärker.,Achten Sie auf eine ausreichende Bewässerung.,Überprüfen Sie die Knospen im Herbst.,Achten Sie darauf, dass Sie neue Bäume nicht zu nah an verlassene oder ungespritzte Obstgärten bzw.,Obstwiesen pflanzen.,Versichern Sie sich, dass Werkzeug und andere Arbeitsmaterialien sorgfältig vor und nach der Arbeit gereinigt werden.