Blattfleckenkrankheit

  • Symptome

  • Auslöser

  • Biologische Behandlung

  • Chemische Behandlung

  • Präventive Maßnahmen

Blattfleckenkrankheit

Blumeriella jaapii

Pilz


Auf einen Blick

  • Violette, unscharf begrenzte Flecken erscheinen auf der Blattoberseite.
  • Braune Flecken wachsen auf der Blattunterseite, später entwickeln sie sich in gelben oder weißen Kissen.
  • Die Blätter werden gelb und vorzeitiger Blattfall tritt ein.
  • Fruchtreife und Qualität sind negativ beeinflusst, wenn die Krankheit schwerwiegend ist.

Wirtspflanzen:

Aprikose

Kirsche

Mandel

Pflaume

Symptome

Die Symptome variieren leicht je nach Art des Baumes. Im Frühsommer (ab Juni) zeigen sich rundliche, violette bis braune, unscharf begrenzte Flecken auf der Blattoberseite (meist vom Blattrand ausgehend). Diese Flecken haben etwa einen Durchmesser von 1mm bis 3mm und werden mit der Zeit rötlich-braun. Mit fortschreitendem Krankheitsverlauf vergrößern sich die Flecken und fließen zusammen, um größere Läsionen zu formen, die einen Großteil der Blattspreite bedecken können. Bei einigen Wirtspflanzen fällt der nekrotische Teil der Blätter heraus (Schrotschuss-Effekt). Die Blattunterseite weist kleine rote bis weiße von Blattadern begrenzte Flecken auf. Mit der Zeit entwickeln sich diese in gelblich-weiße Sporenträger, die mit bloßem Auge erkennbar sind. Die Blätter verfärben sich komplett gelb. Es kommt zu vorzeitigem Abfallen der Blätter. Bei starkem Befall werden die Bäume bereits im Hochsommer beinahe kahl. Dies hat Einfluss auf die Fruchtentwicklung, die weich und unreif verlaufen kann, oder zur ungleichmäßigen Abreife führen kann.

Auslöser

Die Blattfleckenkrankheit wird von dem Pilz Blumeriella jaapii verursacht, der neben Kirschbäumen auch Pflaumen- und Aprikosenbäume infizieren kann. Der Pilz überwintert auf dem abgefallenen Laub auf dem Boden. Im Frühling, wenn die Temperaturen über 6°C sind, setzt der Pilz sein Wachstum fort und produziert Sporen, die mit dem Wind oder dem Niederschlag beziehungsweise dem Beregnungswasser verbreitet werden können. Die Blätter sind während der Wachstumsphase anfällig. Der Infektionskreislauf kann während einer Saison mehrmals wiederholt werden, abhängig von den Umweltbedingungen, besonders von der Blattnässedauer. Beispielsweise benötigt der Pilz bei Temperaturen unter 10°C und über 30°C 28 Stunden Blattnässe, bei 20°C werden nur 5 Stunden Blattnässe für eine erfolgreiche Infektion benötigt. Dies erklärt das Auftreten schwerwiegender Schäden in Jahren mit zahlreichen Regenperioden während des späten Frühlings und im Sommer. Die Bäume werden anfälliger für Stress (z.B. Froststress) und die Knospen- und Blattproduktion kann für die nächsten beiden Folgejahre reduziert sein.

Biologische Behandlung

Leider ist uns bisher keine biologische Maßnahme gegen Blumeriella jaapii bekannt. Bitte benachrichtigen Sie uns, sofern Sie eine wirksame biologische Bekämpfungsmaßnahme wissen. Wir danken Ihnen für Ihre Mithilfe. Behandlungen mit organischen Fungiziden, die Kupfersalze enthalten (Kupferhydroxid, Kupfersulfat) bieten einen gewissen Schutz vor Blattflecken allgemein. Fungizide sind am wirksamsten, wenn sie mit einer guten Feldhygiene kombiniert werden.

Chemische Behandlung

Anwendung eines integrierten Pflanzenschutzmanagements. Dies beinhaltet neben chemischen Mitteln auch biologische sowie präventive Bekämpfungsmaßnahmen. Informieren Sie sich landesspezifisch, ob und welche Mittel zur Bekämpfung der Blattfleckenkrankheit im Obstbau, speziell in der vorliegenden Kulturart, zugelassen sind. Lesen Sie die Produktbeilage sorgfältig und bringen Sie das Mittel in der empfohlenen Aufwandmenge aus. Letztlich können Fungizide den Ertrag sowie die Qualität erkrankter Bäume maximieren. Fünf bis sieben Applikationen zeigen in Kombination mit guter Feldhygiene die beste Wirkung. Beginn der Applikation ist zwei Wochen nach der Blüte, abhängig vom Krankheitsdruck. Fungizide mit den Wirkstoffen Chlorthalonil, Captan, Strobilurine und einige Demethylierungsinhibitoren wie Fenbuconazol, Tebuconazol, Myclobutanil und Fenarimol können verwendet werden. Ein regelmäßiger Wechsel von Wirkstoffen sowie die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmenge bietet den besten Schutz vor Resistenzbildung.

Präventive Maßnahmen

Anbau toleranter oder resistenter Sorten, sofern verfügbar.,Der Standort sollte direktem Sonnenlicht ausgesetzt sein.,Sicherstellen einer guten Luftzirkulation im Bestand durch Einhalten einer optimalen Bestandesdichte und regelmäßige Durchführung eines Baumschnittes.,Aufstellen eines Dünge- und Bewässerungskonzeptes, das der Pflanze eine optimale Wasser- und Nährstoffzufuhr gewährleistet.,Dazu ist auch eine regelmäßige Überprüfung des Boden-pH-Wertes notwendig sowie eine gute Drainage des Bodens erforderlich.,Regelmäßige Beobachtung der Obstbaumplantage im Hinblick auf Krankheitssymptome, sobald sich die Blätter komplett entfaltet haben.,Aufsammeln und Abtragen des Laubes im Spätherbst.