Narrentaschenkrankheit

  • Symptome

  • Auslöser

  • Biologische Behandlung

  • Chemische Behandlung

  • Präventive Maßnahmen

Narrentaschenkrankheit

Taphrina pruni

Pilz


Auf einen Blick

  • Längliche, steinlose Gallen entwickeln sich auf den Früchten.
  • Eine weiße Schicht aus Pilzsporen überzieht die Gallen.
  • Die Früchte schrumpeln und fallen herunter, einige verbleiben als so genannte mumifizierte Früchte am Baum hängen.
  • Befallene Stängel sind dicker und Blätter kleiner.

betroffene Kulturen:

Kirsche

Pfirsich

Pflaume

Symptome

Gallen entwickeln sich auf den reifenden Früchten, die zu länglichen, abgeflachten, leeren, steinlosen Früchten führen. Das Erscheinungsbild ähnelt einer Zunge. Die Frucht färbt sich äußerlich von hellgrün über grau bis hellorange. Die Oberfläche der Gallen wird wellig und vom Pilz überzogen in Form eines weißen Belags von sporenproduzierenden Strukturen. Die Früchte werden ungenießbar, schrumpeln und fallen in den meisten Fällen vorzeitig vom Baum. Die infizierten Früchte, die auch über den Winter am Baum hängen bleiben, sind ausgetrocknet und weisen ein mumifiziertes Erscheinungsbild auf. Die Äste, an denen deformierte Früchte hängen, sind verdickt und wachsen mit einer Deformation. Die Blätter sind schmaler und sehen aus wie Zungen. Die Stiele sind angeschwollen, blassgelb und rot angelaufen.

Auslöser

Die Symptome werden von dem Pilz Taphrina pruni verursacht. Die Sporen werden in dem weißen Belag produziert, der auf den befallenen Früchten zu sehen ist. Die Verbreitung erfolgt nach erfolgreicher Freisetzung mit dem Wind. Sie siedeln sich in den Blütenknospen oder in Spalten der Rinde an. Dort keimen sie und wachsen ohne die offensichtlichen Symptome auszulösen. Im Frühling, wenn die Bedingungen für den Pilz vorteilhaft sind, setzt er sein Wachstum fort und produziert mikroskopische fadenförmige Schläuche, die in das Pflanzengewebe eindringen und einen angeschwollenen und deformierten Stängel verursachen. Der Pilz verbleibt im inneren Gewebe der Zweige und Äste, ohne Symptome zu verursachen, und infiziert im folgenden Jahr die Blüten und sich entwickelnden Früchte. Eine hohe Infektionsgefahr besteht besonders bei nasser und kalter Witterung.

Biologische Behandlung

Applikation von organischem kupferbasiertem Fungizid während der Blühperiode.

Chemische Behandlung

Anwendung eines integrierten Pflanzenschutzmanagements. Dies beinhaltet neben chemischen Mitteln auch biologische sowie präventive Bekämpfungsmaßnahmen. Informieren Sie sich landesspezifisch, ob und welche Mittel zur Bekämpfung der Narrentaschenkrankheit im Obstbau, speziell in der befallenen Kulturart, zugelassen sind. Lesen Sie die Produktbeilage sorgfältig und bringen Sie das Mittel in der empfohlenen Aufwandmenge aus. Es gibt Fungizide zur Behandlung, jedoch ist eine chemische Bekämpfung im Hausgarten im ökologisch vertretbaren Rahmen leider nicht möglich.

Präventive Maßnahmen

Einhalten einer ausgewogenen Nährstoffzufuhr durch adäquate Düngung, um die Pflanzenwiderstandsfähigkeit zu stärken.,Hohe Stickstoffdüngungen können zu einem erhöhten Infektionsrisiko führen.,Einhalten einer optimalen Bestandesdichte, die eine Luftzirkulation und damit auch ein schnelles Abtrocknen der Blätter erlaubt.,Gute Drainage des Bodens, um Staunässe zu vermeiden.,Regelmäßiges Beobachten des Bestandes im Hinblick auf Krankheitssymptome.,Entfernen aller verfaulten, heruntergefallenen Früchte.,Durchführung eines Baumschnittes nach der Ernte und Entfernen aller befallenen Pflanzenteile sowie mumifizierten Früchte, um dem Pilz keine Überwinterungsmöglichkeit zu bieten.,Die Pflanzenreste sollten nicht kompostiert werden, da so der Pilz verbreitet werden kann.