Obstbaum - Spinnmilbe

  • Symptome

  • Auslöser

  • Biologische Behandlung

  • Chemische Behandlung

  • Präventive Maßnahmen

Obstbaum - Spinnmilbe

Panonychus ulmi

Milbe


Auf einen Blick

  • Helle bronzefarbene Sprenkel bilden sich auf den Blättern, welche eine bronzefarbene oder rostbraune Färbung vollziehen.
  • Blätter können deformiert oder aufwärts gedreht sein.
  • Später zeigen sich Gespinste.
  • Gehemmtes Wachstum des Holzes, schlecht reifende Früchte oder vorzeitiger Blattfall treten auf.

Wirtspflanzen:

Apfel

Birne

Wein

Himbeere

Kirsche

Aprikose

Pflaume

Pfirsich

Andere

Mandel

Johannisbeere

Symptome

Auf den Blättern, entlang der Hauptader, sind zunächst helle, bronzefarbene Sprenkel zu sehen. Wenn die Milbenpopulation wächst, können sich die Sprenkel auf das ganze Blatt ausweiten, da sie die Folge der Saugaktivität der Milben darstellen. Blätter können sich nach oben aufrollen und eine bronzefarbene oder rostbraune Färbung annehmen. Später sieht man Gespinste. Die Verletzungen der Blätter und Knospen reduzieren die Photosyntheseaktivität des Baumes und resultieren in einem gehemmten Wachstum der Triebe sowie des gesamten hölzernen Bereiches, schlecht reifenden Früchten und einem vorzeitigen Blattfall. Dadurch ist die Anfälligkeit der Triebe für Winterfrost größer und der Blütenansatz im Folgejahr reduziert.

Auslöser

Die Symptome werden von der Fressaktivität der Obstbaum-Spinnmilbe (Panonychus ulmi), auch Rote Spinne genannt, verursacht. Diese Spinnmilbenart kann ein breites Spektrum der Kern- und Steinobstarten, auch Weinreben, befallen. Die Männchen sind gelblich rot, gefärbt mit zwei roten Punkten auf dem Rücken und circa 0,30 mm lang. Die Weibchen sind etwas länger (circa 0,35 mm) und eiförmiger als die Männchen. Charakteristisch ist der ziegelrote Körper sowie die starken weißen Haare, die aus perlmuttfarbenen Punkten auf dem Rücken hervortreten. Die Rote Spinne legt rote Eier vorwiegend in Risse oder Spalten der Baumrinde, auf den Blütenkelch oder auf ruhenden Knospen im Spätsommer oder auf die Blattunterseite während der Frühlings. Die Anzahl der Generationen im Jahr wird durch die Temperatur und das Nahrungsangebot reguliert und schwankt von 2-3 bei kühlen bis zu 8 bei warmen Temperaturen. Eine Überversorgung mit Stickstoff führt zu stärkerem Pflanzenwachstum und begünstigt so die Umweltbedingungen der Spinnmilbe. Im Gegensatz dazu ziehen Wind und Regen eine höhere Sterblichkeit der Insekten nach sich.

Biologische Behandlung

Biologische Bekämpfungsmaßnahmen mit räuberischen Milben ist bei Obstbäumen zu empfehlen. Natürliche Antagonisten sind Blumenwanzen, Marienkäfer, einige Arten der Blindwanzen auch die gläsern-geflügelten Blindwanzen (Hyaliodes vitripennis) oder Stethorus punctum. Eine Behandlung der Pflanzen mit einer Schmierseifen-Lösung oder mit ökologisch vertretbaren Produkte basierend auf Rapsöl und Neem ist ebenfalls empfehlenswert.

Chemische Behandlung

Anwendung eines integrierten Pflanzenschutzmanagements. Dies beinhaltet neben chemischen Mitteln auch biologische sowie präventive Bekämpfungsmaßnahmen. Informieren Sie sich landesspezifisch, ob und welche Mittel zur Bekämpfung der Obstbaum-Spinnmilbe im Obstbau, speziell bei ihrer Kulturart, zugelassen sind. Lesen Sie die Produktbeilage sorgfältig und bringen Sie das Mittel in der empfohlenen Aufwandmenge aus. Werden im Winter viele Kolonien mit roten Eiern an den Triebspitzen oder an der Blattunterseite entdeckt, sollte eine Behandlung mit geeigneten Mitteln erfolgen: Paraffinöle, Pyrethrine + Rapsöl, Pyrethrine + Abamectin, Methiocarb + Thiacloprid, Pyrethrine + Abamectin, Acequinocyl oder Fenpyroximat. Bei starkem Befall sollten Sie diese Mittel das ganze Jahr über einsetzen. Insektizide haben Auswirkungen auf alle Insekten und reduzieren somit auch die Nützlingspopulationen. Da die Wirkorte der Insektizide begrenzt sind, ist eine Resistenzbildung bei zu häufigem Gebrauch sowie bei Ausbringung zu geringer Wirkstoffmengen sehr wahrscheinlich.

Präventive Maßnahmen

  • Durch eine hohe Artenvielfalt im Garten können natürliche Gegenspieler gefördert werden.
  • Schlupfwespen, Raubwanzen und Zwergmarienkäfer fungieren als Gegenspieler.
  • Bei starkem Befall sollten die befallenen Pflanzen abgeschnitten und entsorgt werden.
  • Der Gebrauch von Insektiziden reduziert auch den Einfluss nützlicher Insekten.
  • Bei guter Bewässerung werden trockene Umweltbedingungen vermieden und die Population der Spinnmilben folglich reduziert.